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CO2-Steuer – Das müssen Mieter und Vermieter wissen

Die CO2-Steuer hat Heizen für Mieter teurer gemacht. Die Bundesregierung will sie nun entlasten und Vermieter zur Hälfte daran beteiligen, um Anreize für eine umweltfreundliche Heizanlage zu schaffen. Doch gibt es offene Fragen.

 

Aktuelles

Die schwarz-rote Bundesregierung hatte im Mai verkündet, ein Gesetz zur Verteilung der Hälfte der Kosten zwischen Mieter und Vermieter für den seit 1. Januar geltenden CO2-Preis auf Öl und Gas zu verabschieden. Dies ist bislang gescheitert, da mehrere Unionspolitiker sich dagegen stellen. Ob und wann das Gesetz kommt, ist derzeit nicht abzusehen.

 
 

Seit 1. Januar 2021 gilt in Deutschland das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), darunter fällt auch eine CO2-Steuer auf Öl und Gas. Sie beträgt für 2021 25 Euro pro Tonne CO2. Desto höher der CO2-Erzeugung eines Bürgers ist, etwa durchs Autofahren oder durchs Heizen, desto höher sind demnach auch seine Kosten. Ziel der CO2-Abgabe ist es, die aus diesen Emissionen resultierende Erderwärmung sowie die Versauerung der Meere mithilfe eines höheren Kohlenstoffpreises zu verringern. Die CO2-Steuer wird bis 2025 stetig angehoben.

So wirkt sich die CO2-Steuer auf Heizöl und Erdgas aus

Jahr Preis je Tonne CO2 Heizöl Erdgas
2021 25 Euro 7,9 ct/l 0,6 ct/kWh
2022 30 Euro 9,5 ct/l 0,7 ct/kWh
2023 35 Euro 11,1 ct/l 0,8 ct/kWh
2024 45 Euro 14,2 ct/l 1,1 ct/kWh
2025 55 Euro  17,4 ct/l 1,3 ct/kWh

Quelle: energie-experten.org

 
 

So wirkt sich die CO2-Steuer auf Mieter und Eigentümer aus

Seit Anfang 2021 betrifft die CO2-Steuer jeden, der mit Gas oder Öl heizt – denn auch darüber wird für CO2-Emmissionen gesorgt. Entrichtet wird die Abgabe automatisch über den Einkaufspreis. Insgesamt verteuert sich 2021 ein Liter Heizöl so um 7,9 Cent, eine Kilowattstunde Erdgas um 0,6 Cent. Diese Steuer wird von Jahr zu Jahr angehoben bis auf 17,4 Cent je Liter Heizöl beziehungsweise 1,3 Cent je kWh Erdgas.

Beispielrechnung Heizöl 2021

  • Im Durchschnitt verbraucht ein Haushalt laut „energiesparen-im-haushalt.de“ in Deutschland 13,6 Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter, um zu heizen.
  • Ein Liter Heizöl kostete im Mai 2021 im Schnitt laut statista.com 63,82 Cent, die Steuer von 7,9 Cent für das Jahr 2021 je Liter ist im Einkaufspreis bereits enthalten.
Wohnfläche ø Heizölverbrauch in l Kosten pro Jahr davon CO2-Steuer
30 m² / Wohnung 408 260,40 € 32,20 €
50 m² / Wohnung 680 434,00 € 53,70 €
90 m² / Wohnung 1.224 781,20 € 96,70 €
120 m² / Wohnung 1.632 1.041,50 € 128,90 €
150 m² / Reihenhaus 2.040 1.301,90 € 161,20 €
160 m² / Einfamilienhaus 2.176 1.388,70 € 171,90 €

Beispielrechnung Erdgas 2021:

  • Der durchschnittliche Preis für eine kWh Erdgas im Mai 2021 liegt laut vergleich.de bei 6,11 Cent pro kWh. Die Steuer von 0,6 Cent pro kWh ist darin bereits enthalten.
  • Als Grundlage dienen die Daten zum Erdgas-Durchschnittsverbrauch von E.ON.
Wohnfläche ø Erdgas in kWh Kosten pro Jahr davon CO2-Steuer
30 m² / Wohnung 2.200 134,40 € 13,20 €
50 m² / Wohnung 5.000 305,50 € 30,00 €
90 m² / Wohnung 10.600 647,70 € 63,60 €
120 m² / Wohnung 14.400 879,80 € 86,40 €
150 m² / Reihenhaus 18.000 1.099,80 € 108,00 €
160 m² / Einfamilienhaus 20.000 1.222,00 € 120,00 €
 
 
INFO

Biogas und Bioheizöl

  • Biogas Es gibt Gasanbieter, die mit 100 Prozent Biogas werben. Das Gas unterliegt nicht der CO2-Besteuerung, weil es klimaneutral ist. Grund: Bei der Verbrennung von reinem Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Ressourcen ursprünglich aufgenommen haben.
  • Bioheizöl Hingegen besteht Bioheizöl nur aus einem Teil aus regenerativen Rohstoffen, so dass es noch zu einem hohen Anteil besteuert wird. Ein Bioheizöl mit einem Anteil von 3 bis 5,9 Volumenprozent wird als „Heizöl EL A Bio 5“ bezeichnet. „A“ steht dabei für Alternativ. Das Bioheizöl EL A Bio 10 hat maximal 10,9 Volumenprozent aus regenerativen Rohstoffen.
 

CO2-Steuer: Das müssen Vermieter jetzt wissen

Seite Januar 2021 gibt es in Deutschland die C02-Steuer. Die wird immer fällig, wenn CO2 aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird. Mieter müssen sie deshalb beim Heizen entrichten. Vermieter sollen aber zur Hälfte daran beteiligt werden. Das haben Union und SPD Mitte Mai im Rahmen eines Klimapakts beschlossen. Ein genauer Gesetzentwurf, wie die CO2-Besteuerung des Vermieters umgelegt werden soll, steht aber noch aus. Wir stellen verschiedene Konstellationen vor.

 
 

Vermieter mit Zentralheizung wie Öl- oder Gaskessel

 

Vermieter mit Fernwärme

 

Vermieter mit Gasthermen

 

Vermieter mit Nachtspeicheröfen

 
 
INFO

Wer beim Stromanbieter vollständig auf Ökostrom setzt, ist laut BEHG nicht von der Belastung der CO2-Steuer betroffen.

 

Heizungstausch spart CO2-Steuer

Bei einer vermieteten Wohnung mit 90 m² Fläche kommt im Jahr 2021 etwa 100 Euro CO2-Steuer beim Heizöl oder 65 Euro beim Erdgas zusammen. Davon soll der Vermieter jeweils die Hälfte zahlen. Da die CO2-Steuer aber Jahr für Jahr bis 2025 erhöht wird, kann es für Vermieter auf Dauer kostengünstiger sein, in neue, nachhaltige Heizsysteme zu investieren.

CO2-Steuerrechnung gesamt bis 2030 anteilig für Vermieter je vermieteter 90 m²-Wohnung:­

Jahr Heizöl Erdgas
2021 48,35 € 31,80 €
2022 58,14 € 37,10 €
2023 67,93 € 42,40 €
2024 86,90 € 58,30 €
2025 * 106,49 € 68,90 €
2026 * 106,49 € 68,90 €
2027 * 106,49 € 68,90 €
2028 * 106,49 € 68,90 €
2029 * 106,49 € 68,90 €
2030 *  106,49 € 68,90 €
Gesamt 900,26 € 583,00 €

Berechnung: Erdgas: 6,11 ct/kWh, Heizöl: 63,82 ct/kWh
 
* ab 2025 gleichbleibende Steuer
2021 liegt der Steuersatz für Heizöl bei 7,9 ct/l und für Erdgas bei 0,6 ct/kWh. Die Steuer wird jedes Jahr angehoben (siehe Tabelle oben).

Bei 10 Wohneinheiten in einem Mehrfamilienhaus zahlt der der Vermieter bei der Beispielrechnung 9.000 Euro CO2-Steuer, beim Erdgas annähernd 6.000 Euro - vorausgesetzt, die Steuer wird nach 2025 nicht zusätzlich erhöht.

Der Vermieter kann die CO2-Steuer aber reduzieren, wenn er die alte Heizung durch eine moderne tauscht. Ein Heizungstausch wird zudem unter Umständen vom Staat mit Zuschüssen gefördert.

Ein Holzpellet-Kessel oder eine Wärmepumpe – wenn sie mit Ökostrom betrieben wird –  sind beispielswiese CO2-freie Alternativen, mit denen sich Hausbesitzer die neue Steuer komplett sparen können. Das liegt daran, dass im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen bei Holzpellets sowie Ökostrom keine CO2-Abgabe erhoben wird.

Dazu müssen zwar oft mehrere 10.000 Euro investiert werden – der Staat lockt aber mit einer Beteiligung von bis zu 35 Prozent der Kosten und weiteren zehn Prozent, wenn sogar ein Ölkessel ersetzt wird.

 
 

CO2-Steuer: Das müssen Mieter wissen

Seit Januar 2021 erhebt Deutschland eine C02-Steuer. Die wird immer fällig, sobald Kohlenstoffdioxid aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird. Mieter müssen die Steuer beim Heizen entrichten. Für viele Mieter ist Heizen seitdem um einiges teurer geworden. Um die Mieter zu entlasten, haben Union und SPD Mitte Mai im Rahmen des Klimapakts beschlossen, nun auch die Vermieter zur Hälfte an der Steuer zu beteiligen.

Entlastung des Mieters in Zahlen bis 2025

Durch die stetig steigende CO2-Steuer bis 2025 fallen für den Mieter zwar höhere Kosten für Heizöl und Erdgas an, der Vermieter muss sich aber beteiligen. Nach fünf Jahren wird der Mieter bei einer 90m²-Beispielwohnung zu rund 370 Euro beim Heizöl beziehungsweise 240 Euro beim Erdgas entlastet.

Beispiel anhand einer 90 m²- Wohnung und den aktuellen Gas- sowie Heizölpreisen (2021)

Entlastung Mieter Heizöl Erdgas
2021 48,35 € 31,80 €
2022 58,14 € 37,10 €
2023 67,93 € 42,40 €
2024 86,90 € 58,30 €
2025 106,49 € 68,90 €
Gesamt 367,81 € 238,50 €

Erdgas: 6,11 ct/kWh, Heizöl: 63,82 ct/kWh.
2021 liegt der Steuersatz für Heizöl bei 7,9 ct/l und für Erdgas bei 0,6 ct/kWh. Die Steuer wird jedes Jahr angehoben (siehe Tabelle oben).

 
 

Mieter mit Zentralheizung mit Öl- oder Gaskessel

 

Mieter mit Fernwärme

 

Mieter mit Gasthermen

 

Mieter mit Nachtspeicheröfen

 
 
PRAXIS-TIPP

Ökostrom kostet mehr als Strom, der nicht aus erneuerbaren Energiequellen bezogen wird. Durch die künftig steigende CO2-Steuer kann schon bald der Punkt erreicht werden, dass der Ökostrom aufgrund der CO2-Steuer-Befreiung günstiger ist. Es gilt zu vergleichen und im richtigen Moment zu wechseln.  

 

Stellungnahme und Klagen der Verbände

Die Eigentümerverbände stehen den Regelungen kritisch gegenüber. Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke hält sie für "nicht akzeptabel" und will sie verfassungsrechtlich prüfen lassen, weil der Vermieter keinen Einfluss auf das Heizverhalten und den Warmwasserverbrauch des Mieters habe. Sein Fazit ist, dass das Geld für die CO2-Steuer künftig für energetische Sanierungen fehlen würde oder die Vermieter es sich über Mieterhöhungen zurückholen. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) und der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) sprechen vom „Investitionskiller“.

Dem Deutschen Mieterbund (DMB) hingegen geht die Regel nicht weit genug. „Die Hälfte der Kostenlast ist natürlich besser als die vollständige Umlage“, sagt die Bundesdirektorin des Deutschen Mieterbundes, Dr. Melanie Weber-Moritz. „Die Lenkungswirkung des Gesetzes kann sich aber erst dann erfolgversprechend entfalten, wenn diejenigen die vollständigen Kosten tragen, die auch die Art der Heizung beeinflussen können.“ Das seien nun mal die Vermieter.

 
 
 
 
 

Kilian Treß

20.05.2021

 

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