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Tschüss Stadt! Immobilienkäufer suchen lieber im Umland

Bezahlbarer Wohnraum ist in den Metropolen Mangelware. Wer eine Immobilie kaufen will, der zieht darum raus aus der Stadt. Wie eine aktuelle Studie zeigt, hat sich die Nachfrage im Umkreis vieler Metropolen verdoppelt und verdreifacht.

Lieber raus aus der Stadt als hinein. Immobilienkäufer stürzen sich bei ihrer Suche verstärkt auf Häuser und Wohnungen im Umland. Foto: Jürgen Flächle/fotolia.com

 

Ja, die Großstadt ist gefragt. Und ja, es gibt viele Jobangebote, Ausbildungsmöglichkeiten und Kultur. Aber bei aller Liebe – für viele Immobiliensuchende sind die Metropolen schlicht zu teuer. Wer sich dennoch nicht von der Stadt verabschieden will, der sucht darum im Umland, wie eine aktuelle Studie von immowelt.de zeigt.* Dabei wurden 14 Großstädte und die Nachfrage nach Wohneigentum in einem Umkreis von 25 Kilometern untersucht. Das Ergebnis: In den letzten fünf Jahren stieg die Nachfrage nach Wohneigentum in nahezu allen Fällen stärker im Umfeld, als in den Städten selbst.

Kölns Speckgürtel ist auf Platz Nummer eins

Starke Nachfrageanstiege gab es im Umland der üblichen Verdächtigen – Berlin (311 Prozent), Stuttgart (228 Prozent), und Frankfurt (200 Prozent). Die Ausweichbewegung in Berlin verwundert kaum: Aktuell werden Wohnungen und Häuser für mehr als 3.370 Euro pro Quadratmeter im Median angeboten – somit 79 Prozent teurer als noch 2011.

Der wohl gefragteste Speckgürtel liegt aber um Köln: Dort ist die Nachfrage nach Wohneigentum um 371 Prozent gestiegen. Die Metropole hatte es aber auch leicht, auf den ersten Platz zu kommen. In unmittelbarer Nähe liegen mittelgroße Städte wie Leverkusen, Bergisch Gladbach oder Bonn.

Das sind die Städte mit der größten Nachfragesteigerung im Umland:

Stadt

Nachfragesteigerung
im Umlan
d (2012-2017)
Nachfragesteigerung
in der Stadt (2012-2017)
1. Köln 371 % 121 %
2. Berlin 311 % 36 %
3. Stuttgart 228 % 47 %
4. Frankfurt am Main 200 % 54 %
5. Hannover 186 % 51 %
6. Bremen 152 % 68 %
7. Rostock 118 % 101 %
8. Dresden 119 % 52 %
9. Leipzig 101 % 100 %
10. Magdeburg 113 % 199 %
11. Nürnberg/Fürth/Erlangen (Großraum) 93 % 10 %
12. Hamburg 75 % 16 %
13. München 57 % 32%
14. Chemnitz 55 % 129 %
 
 

Vor allem Westdeutsche wollen ran an den Speck

Bei der Auswertung fällt auf, dass sich insbesondere die Einwohner von westdeutschen Städten auf die Speckgürtel der Städte stürzen. Am Beispiel Stuttgart wird das nachvollziehbar: Im Umland ist Wohneigentum über 700 Euro pro Quadratmeter günstiger als in der Stadt. In Frankfurt am Main sparen sich die Städter sogar rund 1.400 Euro pro Quadratmeter, wenn sie ihr Haus lieber außerhalb der Stadt kaufen.

Im Osten ist das Bild dagegen uneinheitlich. In Städten wie Leipzig oder Roststock haben sich die Nachfragen in der Stadt und im Umland nahezu gleich stark erhöht. In Chemnitz und Magdeburg suchen die Immobilienkäufer sogar lieber in der Stadt als im Umland. Grund hierfür dürfte das relativ moderate Preisniveau der Städte sein. Lediglich in Dresden ist die Nachfragesituation vergleichbar mit der Entwicklung westdeutscher Städte. Hier ist die Nachfrage im Speckgürtel (+119 Prozent) stärker gestiegen als in der Stadt (+52 Prozent).

Hat sich München schon überfressen?

Bei all dem Trubel um den Speckgürtel ist München außen vor. Dort stieg die Nachfrage im Speckgürtel um 57 Prozent, und in der Stadt um 32 Prozent. Die bayerische Landeshauptstadt hinkt damit Berlin oder Stuttgart weit hinterher. Schuld daran dürften die Münchner Immobilienpreise sein: Inzwischen hat der Quadratmeter Wohneigentum auch im Umkreis von 25 Kilometern die 5.000-Euro-Marke geknackt und ist somit für viele Interessenten viel zu hoch.

*Berechnungsgrundlage:
Für die Analyse der Nachfragesituation in den 14 untersuchten Städten und den jeweiligen Umlandregionen wurde die Entwicklung der Anfragen auf Immobilienangebote untersucht, die in den Jahren 2012 und 2017 auf immowelt.de inseriert wurden. Insgesamt flossen mehr als 1,11 Millionen anonymisierte Anfragen in die Analyse ein.

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