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Zehn-Jahres-Vergleich: Mietpreise in Süddeutschland zum Teil stark gestiegen

Die Mietpreise in Süddeutschland stiegen in den vergangenen zehn Jahren stetig – und nicht nur in den Großstädten. Viele Studenten, strukturstarke Regionen und eine gute Verkehrsanbindung lassen die Preise höher klettern. Ein Überblick, wie sich die Mieten seit 2008 in Süddeutschland verändert haben.

 

Nicht in München, auch nicht in Stuttgart – in Bayreuth sind die Mieten innerhalb der vergangenen zehn Jahre am deutlichsten in die Höhe gegangen. Die Mieter müssen dort heute 63 Prozent mehr zahlen, als es noch 2008 der Fall war. Und doch liegt das Preisniveau in der Richard-Wagner-Stadt mit 9,10 Euro pro Quadratmeter noch deutlich unter denen der Großstädte oder auch der baden-württembergischen Studentenstädte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Marktanalyse durch immowelt.de*, für die die Mieten in allen Stadt- und Landkreisen in Bayern und Baden-Württemberg untersucht wurden.

Gute Verkehrsanbindung lässt Preise steigen

Die steigenden Mieten in Bayreuth hängen nicht zuletzt auch mit den zahlreichen Studenten zusammen, die jedes Jahr in die fränkische Stadt ziehen. Außerdem ist Bayreuth mit der A9 verkehrstechnisch gut angebunden. Wie stark sich eine gute Verkehrsanbindung auf die Wohnpreise auswirken kann, verdeutlicht das Beispiel der A8, die München und Stuttgart verbindet. In allen Stadt- und Landkreisen entlang der A8 liegen die Mietpreise derzeit über der Acht-Euro-Marke. Die höchsten Anstiege seit 2008 hatten die bayrischen Landkreise Dachau (+45 Prozent) und Aichach-Friedberg (+43 Prozent) sowie die Stadt Augsburg (+51 Prozent) zu verzeichnen. So stiegen im Landkreis Dachau beispielsweise die Mieten von im Schnitt 8,20 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2008 auf 11,90 Euro zehn Jahre später. Einzige Ausnahme: Im Landkreis Günzburg (Bayern), der relativ mittig zwischen München und Stuttgart liegt, können Mieter vergleichsweise günstig wohnen. Dort kostet der Quadratmeter heute im Schnitt 6,60 Euro. Vor zehn Jahren waren es noch 5,40 Euro.

 
 

München bleibt unangefochten teuerste Stadt

Rund um München ist es jedoch wohl weniger die gute Verkehrsanbindung, sondern eher die Strahlkraft der bayrischen Landeshauptstadt, die die Mieten steigen lässt. Mit Preisen von 17,10 Euro für den Quadratmeter ist München unangefochten auf Platz Eins aller Stadt- und Landkreise im Süden Deutschlands. Erst mit großen Abstand folgen die Landkreise München (13,70 Euro), Starnberg (12,90 Euro) sowie Dachau und Fürstenfeldbruck (jeweils 11,90 Euro). In allen vier Landkreisen stiegen die Mieten seit 2008 um mindestens 30 Prozent an.

Doch auch in Baden-Württemberg stehen die Stadt- und Landkreise den bayrischen in nichts nach. So sind in Stuttgart (11,80 Euro), Freiburg (11,30 Euro) und Heidelberg (10,60 Euro) sowie in den Landkreisen Lörrach (10,20 Euro) und Konstanz (10,00 Euro) die Mieten vergleichsweise hoch.

 
 

An der Grenze zu Tschechien ist’s günstiger

Ein komplett anderes Bild gibt es hingegen an der bayrischen Grenze zum Nachbarland Tschechien. In den östlichen und eher strukturschwachen Landkreisen der Oberpfalz und Oberfrankens finden Mieter ein anderes Preisgefüge vor. Mit den Quadratmeterpreisen von 4,20 Euro für den Quadratmeter ist der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge am günstigsten. Auch die Kreise Hof (4,80 Euro) und Freyung-Grafenau (5,00 Euro) sind nicht wesentlich teurer.

 
 

So haben sich die Mieten innerhalb der vergangenen zehn Jahre in Süddeutschland entwickelt. Grafik: immowelt.de
 
 
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Die genauen Ergebnisse der Analyse können Sie hier kostenfrei herunterladen.

 

* Berechnungsgrundlage
Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den Land- und Stadtkreisen Bayerns und Baden-Württembergs waren 301.000 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils 2008 und 2017 angebotenen Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

 

 

 

So haben sich die Mieten innerhalb der vergangenen zehn Jahre in Süddeutschland entwickelt. Grafik: immowelt.de

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